Leitfaden für Düngermischer n. A. Haubner - Kapitel 07 - Gezielte Düngung

Kapitel 7 - Gezielte Düngung

Düngermischer sollten nicht PK- oder NPK- Mischungen, wie sie die Industrie anbietet herstellen, sondern gezielte Düngung nach folgenden Punkten der Landwirtschaft zu Verfügung stellen:

  • Bodenuntersuchung
  • Wirtschaftsdünger
  • Vorfrucht
  • Ernteerwartung

Zur Berechnung einer optimalen Düngung bieten mehrere Firmen Computerprogramme an. Hier ist besonders darauf zu achten, daß die Datenbasis die neuesten Vorgaben der VDLufa enthält. Zwischenzeitlich sind für alle Bundesländer einheitliche Vorgaben, konform mit genormten Entzugswerten, für alle Verantwortlichen verbindlich. Sehr wichtig bei den Programmen ist die einfache Handhabbarkeit je nach Ausbildung des Bedienungspersonals. Siehe auch Berechnung einer Düngeplannung, Anhang Nr. 12

Die Düngeverordnung, die im Jahre 1997 in Kraft getreten ist, bietet für die mischenden Düngerhändler ideale Voraussetzungen, die an die Landwirtschaft gestellten Forderungen zu erfüllen. Die obigen genannten Punkte, zur Düngung nach Bodenuntersuchung usw., kann der Düngermischer mit 5 - 6 Einzelkomponenten, bedarfsgerecht zu jeder Frucht, erfüllen und jeden NPK-Typ mit Zusatz- und Mikronährstoffen für die Ausbringung in einem Arbeitsgang der Landwirtschaft zur Verfügung stellen.

Die vom PC des Händlers errechneten Werte und die dann vom Landwirt ausgebrachten Mischungen werden einzeln pro Kunde gespeichert. Diese Werte kann der Händler dem Landwirt für die ab 01.01.1998 geforderte Nährstoffbilanz zur Verfügung stellen, oder diese dem Landwirt nach Angaben über Wirtschaftsdünger und Entzüge zur Abgabe an die Ämter erstellen (Kundenbindung!).
Siehe Anhang - Rechenvorgang für Nährstoffbilanz - Nr. 14

7.1 Bodenuntersuchung

Der Landwirt, der seine Düngung nach den Grundsätzen der "Guten fachlichen Praxis" durchführt, ist auf die Kenntnis der Nährstoffgehalte in seinen landwirtschaftlich genutzten Flächen angewiesen. Dazu sind Bodenproben in 3-jährigen Abständen notwendig. Die 1997 in Kraft gesetzte Düngeverordnung verpflichtet die Landwirtschaft ihre intensiv genutzten Flächen im Abstand von 6 Jahren untersuchen zu lassen.

Ursprünglich haben, bis auf die private Untersuchungsstelle in Koldingen, dies die einzelnen Lufas in den Ländern durchgeführt. Seit ca. 10 Jahren sind aber sehr viele private Bodenuntersuchungslabors entstanden. Darunter befinden sich auch zwei Labors die von einem Landhändler und einer Genossenschaft, in Verbindung mit Düngermischanlagen, betrieben werden.

Düngermischer, die dem Landwirt Dünger auf Grund des "Verantwortlichen Handelns" zur Verfügung stellen, fordern vom Landwirt zur Erstellung einer gezielten Düngerberechnung, einen zeitnahen Bodenuntersuchungsbericht. Ausdruck einer Bodenuntersuchung, siehe Anhang Nr. 10.

7.2 Wirtschaftsdünger

Veredlungsbetriebe mit hohem Kraftfutterzukauf weisen auf ihren Flächen laut Bodenuntersuchung oft die Gehaltsstufen C bis E aus, während in gemischtwirtschaftlichen Betrieben mit Acker und Grünland, nur die Äcker diese Gehaltsstufen aufweisen. Die Güllemengen fahren diese Landwirte meistens auf die Ackerflächen. Dadurch sind die Grünlandflächen sehr oft mit Kali, Natrium und Magnesium unterversorgt.

In den fortschrittlichen Düngermischbetrieben sind zur Berechnung der Nährstoffzufuhr über die wirtschaftseigenen Dünger, wie Rinder- Schweinegülle oder z. B. Hühnermist, PC-Programme vorhanden. Die notwendigen Parameter müssen, mit den neuesten Vorgaben der VDLufa übereinstimmen.

Güllebetriebe dürfen auch bei hohen Versorgungsstufen, in Höhe des Entzugs mit Gülle düngen. Bei ausschließlicher Verwendung von Mineraldünger gilt diese Regel nicht, siehe Kapitel 12 (DVO).

7.3 Ernterückstände

Für eine exakte Düngerberechnung ist es auch notwendig, die auf dem Feld belassenen Ernterückstände der Vorfrucht, in diese Berechnung mit einzubringen. Wie schon oben erwähnt, sind in den Düngerprogrammen die notwendigen Parameter enthalten. Die daraus anfallenden Werte reduzieren den dann noch notwendigen Düngerbedarf nicht unerheblich. Allerdings ist je nach Standort auch die Nährstoffauswaschung in die Anrechnung individuell einzubringen.

7.4 Ertragserwartung

Die Ertragserwartung, die in das PC-Programm zur Berechnung eingegeben wird, beeinflußt die benötigte Düngermenge erheblich.

Eine Auflistung der Datenbasis für die obigen 4 Punkte, würde den Umfang dieses Handbuches sprengen. Bei Bedarf sind diese Parameter bei den zuständigen Stellen erhältlich.

Kopien von Berechnungen nach Bodenuntersuchung, Güllebewirtschaftung und Ernterückstände sowie Ertragserwartung sind im Anhang Nr. 12 einzusehen.