Leitfaden für Düngermischer n. A. Haubner - Kapitel 6 - Aus der Praxis - für die Praxis

Kapitel 6 Aus der Praxis - für die Praxis

Über die Notwendigkeit der Schwefeldüngung wird zur Zeit in allen Fachzeitschriften berichtet.

Folgende Einzeldünger beinhalten neben den Hauptnährstoffen, Schwefel zu sehr günstigen Preisen:

Schwefelsaures Ammoniak mit 21 % N und 24 % S
Kornkali 40/6 40 % K und 18 % S
Patentkali 30/10 30 % K und 18 % S
Kieserit 35 % MgO und 20 % S

Eine Mischung aus: 50,0 kg schwefels. Ammoniak 21 (24)
  50,0 kg Kalkammonsalpeter 27
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ergibt eine Mischung 100,0 kg Ammonsulfatsalpeter 24 (12) siehe Anhang Nr. 7

Eine Mischung aus: 28,9 kg Schwefelsaures Ammoniak 21
  21,7 kg DAP 18/46
  49,4 kg Patentkali 30/10
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ergibt eine Mischung 100,0 kg 10+10+14 (+4+15) - Spezialdünger für Gemüseanbau oder Kartoffel, chloridfrei, 93 % wasserlöslichem P205 und langsam wirkenden N., sowie 4,9 % MgO und 15,8 % S., siehe Anhang Nr. 8

Bei Mischdüngern mit der Bezeichnung chloridarm, darf der Chlorgehalt 2 % nicht übersteigen.

Eine Mischung aus: 34,4 kg KAS 27
  19,5 kg DAP 18/46
  46,1 kg K.Kali 40/6
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ergibt eine Mischung 100,0 kg 13+9+18 (+4) mit 93 % wasserlöslichem P205 und 4 % MgO, sowie zusätzlich S und Na. siehe Anhang Nr. 9

Als Verkaufsargumente sollten die Zusatznährstoffe wie MgO, S und Na herausgestellt werden, die in vielen Einzeldüngern, wie oben aufgeführt, zu günstigen Preisen enthalten sind. In Frankreich müssen teilweise Zusatznährstoffe wie Schwefel mit ca. 0,20 DM pro kg Reinschwefel bezahlt werden.

Ein Hinweis: Schwefel aus Neutralsalzen, z. B. Magnesiumsulfat wie Kieserit oder Patentkali wirkt nicht versauernd.

Die meisten billigen ausländischen Komplexdünger wie 15+15+15 enthalten keinerlei Zusatznährstoffe und die Phosphorsäure ist meistens nur zu 30-50 % wasserlöslich. Ein Preisvergleich mit Mischdüngern, in die DAP oder MAP und Kali 40/6 eingemischt wurde, wäre wie wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Rechnet man die Zusatznährstoffe und die Wasserlöslichkeit von 93 % beim Phosphat hoch, müßte der ausländische Komplexdünger einige DM billiger sein.

Beim Einkauf von Kali sollte man wegen der Zusatznährstoffe, von Magnesium, Schwefel und Natrium, falls sie notwendig sind, immer auf Kornkali 40/6 zurückgreifen. Beim Einstandspreis von ca. 20.-DM je 100 kg sind für ca. 6.-DM MgO enthalten. Zieht man den MgO-Preis vom Gesamtpreis ab, dann kostet das kg K20 nur mehr 0.35 DM und damit billiger als Kali 60, Schwefel und Natrium noch nicht mitgerechnet.

Sehr gut eignen sich Einzeldünger mit Zusatznährstoffen für Mischungen auf Wiesen und Weiden. Wie aus den Bodenuntersuchungsberichten, siehe Anhang Nr. 10 ersichtlich, sind in Gebieten mit Acker und Grünland, die Wiesen oft mit Kali unterversorgt. Beim Einsatz von Kornkali 40/ 6 können auch die notwendigen Zusatznährstoffe Natrium und Magnesium zugeführt werden. Neuerlich wird auch der Zusatznährstoff Schwefel gefordert, der ebenfalls im Kornkali enthalten ist. Der weitere Schwefelbedarf könnte über SSA abgedeckt werden.

Bei Grünlandmischungen ist aber darauf zu achten, daß bei sehr hohen Gaben die benötigte Kalimenge möglichst auf den 1. und 2. Schnitt aufgeteilt wird. Mengen von 200 bis 300 kg K20 in reinen, hochkonzentrierten Kaliformen (Kali 60) für einen Aufwuchs, sind für die Tiergesundheit schädlich. Für den Düngerhandel ist die Aufteilung der Grünlanddüngung von allen drei Nährstoffen auf die einzelnen Schnitte ertragreicher. Ebenso gilt der alte Werbespruch der Düngerindustrie "Der Pflanze ins Maul düngen" immer noch. Alle Nährstoffe sind wasserlöslich und damit schnell pflanzenverfügbar.

6.1 Ertragsvergleiche aus 3-jährigen Versuchen - Vergleich der Düngersysteme

Die Landwirtschaftskammer in Oldenburg hat 3-jährige Großflächenversuche über den Vergleich Mischdünger und Volldünger durchgeführt. Bei den Mischdüngern wurden auch unterschiedliche Stickstofformen wie Harnstoff und Kalkammonsalpeter eingesetzt und verglichen.

Wie aus Anhang Nr. 11 ersichtlich ist, sind keine gesicherten Ertragsunterschiede bei diesen Exaktversuchen festzustellen.