Leitfaden für Düngermischer n. A. Haubner - Kapitel 04 - Entmischungsmöglichkeiten

Kapitel 4 - Entmischungsmöglichkeiten

Alle Schüttgüter, wie Kies, Schotter, Mischdünger und auch Komplexdünger weisen in der Korngröße und im spezifischen Gewicht (Dichte) kleinere und größere Unterschiede auf.

Theoretisch kann die Entmischung durch unterschiedliche Korngrößen, Formen oder Dichte der Granulate hervorgerufen werden. Die Forschung hat jedoch aufgezeigt, daß für die üblichen Mineraldünger lediglich die Korngrößenverteilung für die Praxis von Bedeutung ist.

Es werden vier Arten von Entmischungen bei der Beförderung des Mischdüngers festgestellt:

  • Entmischung während der Einlagerung
  • Entmischung während des Beladens nach dem Mischvorgang durch die Granulatströmung bzw. Kegelbildung
  • Entmischung während des Transports aufgrund von Vibrationen
  • Entmischung während der Ausbringung

4.1 Entmischung während der Einlagerung

Werden Mischkomponenten vor dem Mischen eingelagert muß darauf geachtet werden, daß eine Korngrößenentmischung im Lagerhaufen vermieden wird. Wenn gekörntes Material fällt, bildet es immer einen Kegel oder Teilkegel. Die größeren Partikel rollen auf der Außenseite herunter, während die kleineren Partikel in der Mitte des Kegels bleiben. Sollte dies geschehen, kann es große Variationen in der Korngrößenstruktur der unterschiedlichen Teile eines Haufens geben. Dies kann ernsthafte Auswirkungen, besonders in einem Chargenmischprozess haben.

Zur Vermeidung dieser Probleme können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Der Einspeicherungspunkt wird während der Einlagerung mit Förderband oder Schleuderband mehrmals verändert. Am leichtesten ist dies mit einem Schleuderband zu bewerkstelligen (Abrieb und Staubentwicklung möglich). Die Schwierigkeiten, ein langes Förderband während des Abladens eines Fahrzeuges zu verstellen, sind jedermann bekannt.
  2. Bei der Entnahme der Mischkomponenten mit dem Schaufelstapler oder Radlader sollte darauf geachtet werden, daß bei breiteren Hallen an verschiedenen Stellen entnommen wird.

4.2 Entmischung während des Beladens

Bei der Beladung nach dem Mischen über Förderband oder Elevator könnte durch die Schüttkegelbildung ein Abrollen der größeren Granulate vorkommen. Aber durch das Abkippen und das Befüllen des Streuers entsteht gewollt oder ungewollt wieder eine Mischung von großen und kleinen Körnern. Eine Untersuchung der Lufa Münster zeigt, wie aus Anhang Nr. 6 ersichtlich, daß die Toleranzgrenzen eingehalten wurden.

4.3 Entmischung während des Transports

Sie kann durch die Vibration nur entstehen, wenn große granulometrische Unterschiede der Mischkomponenten bestehen und die kleineren Partikel durch den Hohlraum zwischen den größeren Partikeln nach unten gleiten. Experimente haben gezeigt, daß bei Partikelgrößen von 1,2 bis 3,4 mm und bei Entfernungen bis 100 km keine Entmischungen vorkommen.

4.4 Entmischung während der Ausbringung

Beim Breitschleudern des Düngers fliegen die größeren Körner weiter als die kleineren Körner. Für eine exakte Verteilung aller Einzelkomponenten, Mischdünger wie auch Komplexdünger ist eine Spreizung in der Korngröße von 2 bis mindestens 4 mm notwendig, um eine gleichmäßige Überlappung zu bekommen.

Eine Mischung aus Körnerraps mit Kalkammonsalpeter, eine Zusammensetzung, bei der die Korndichte und der granulometrische Unterschied extrem auseinander liegen, wurde ebenfalls mit dem Zweischeiben-Großflächenstreuer auf 15 m Streubreite ausgebracht und eine hervorragende Längs- und Querverteilung erreicht. Hier würden Entmischungen schon beim Auflauf der Saat festgestellt werden können.
Diese festgestellten gleichmäßigen Verteilungen können hier auch mit der 100 %-igen Überlappung erklärt werden.

4.5 Entmischungsprävention

Die beste Prävention, um Entmischungen zu vermeiden, ist der Einkauf guter, aufeinander abgestimmter Mischkomponenten. Der Einkauf der Mischkomponenten nur nach Preis wird die Kunden, das beste Kapital des Landhändlers oder der Genossenschaften, auf Dauer nicht zufriedenstellen. Auch wird der Ruf der Düngermischer damit geschädigt. Der erste Blick des Landwirts geht auf die Qualität der Mischung und dann erst auf den Preis.