Leitfaden für Düngermischer n. A. Haubner - Kapitel 12 - Düngeverordnung (DVO)

Kapitel 12 Düngeverordnung (DVO)

Bei der DVO handelt es sich um eine Beschreibung der guten fachlichen Praxis beim Düngen. Sie schreibt vor, Düngemittel generell so auszubringen, daß

- die Nährstoffe von den Pflanzen weitestgehend ausgenutzt werden;

- Nährstoffverluste und damit verbundene Einträge in Gewässer weitestgehend vermieden werden.

Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Insbesondere sind 10 Punkte der Düngeverordnung zu beachten, deren Nichteinhaltung mit Bußgeldern geahndet werden kann.

  1. Ein direktes Düngen in Oberflächengewässer ist durch Einhalten entsprechender Abstände zu vermeiden, zudem ist darauf achten, daß keine Abschwemmung von Düngemitteln erfolgt.
  2. Stickstoffhaltige Dünger dürfen auf tiefgefrorenen, wassergesättigten und schneebedeckten Boden nicht ausgebracht werden.
  3. Flüssige Wirtschaftsdünger und Sekundärrohstoffdünger müssen auf unbestelltem Ackerland unverzüglich eingearbeitet werden, um gasförmige N-Verluste zu vermeiden.
  4. Auf Ackerland dürfen nach Ente der Hauptfrucht flüssige Wirtschaftsdünger und Sekundärrohstoffdünger nur soweit ausgebracht werden, daß 40 kg/ha Ammoniumstickstoff oder 80 kg/ha Gesamtstickstoff nicht überschritten werden. Im jährlichen Betriebsdurchschnitt dürfen Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft nur soweit ausgebracht werden, daß auf Grünland 210 kg/ha und auf Ackerland 170 kg /ha Gesamtstickstoff nicht überschritten werden.
  5. In der Zeit vom 15. November bis 15. Januar dürfen Gülle, Jauche, flüssiger Geflügelkot und flüssiger Sekundärrohstoffdünger (z.B. flüssiger Klärschlamm) nicht ausgebracht werden. Ausnahmen können von den zuständigen Behörden angeordnet werden.
  6. Auf sehr hoch mit P und K versorgten Böden dürfen Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft nur bis zur Höhe des Phosphat- und Kalientzuges des Pflanzenbestandes ausgebracht werden.
  7. Die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen müssen ermittelt werden,
    - für Kalk, Phosphat und Kali durch Bodenuntersuchung mindestens alle 6 Jahre;
    - für Stickstoff durch jährliche Bodenuntersuchung oder Übernahme von Empfehlungen der zuständigen Beratungseinrichtung oder Anwendung genehmigter Schätzverfahren.
  8. Der Gehalt an Stickstoff, Phosphat und Kali in Wirtschaftsdüngern und Sekundärrohstoffdüngern muß durch Untersuchungen oder Anwendung von Berechnungsverfahren vor der Ausbringung ermittelt werden.
  9. Betriebe > 10 ha oder > 1 ha Sonderkulturen müssen Aufzeichnungen über die Zufuhr und Abfuhr der Nährstoffe führen (Nährstoffbilanz), für N jährlich, für P und K mindestens alle 3 Jahre. Der Vergleich kann als Feld-Stall-Bilanz oder Hoftor-Bilanz geführt werden. Eine Bewertung des Ergebnisses ist in der Düngeverordnung nicht vorgesehen!
  10. Alle Aufzeichnungen (Bodenuntersuchung, Berechnungs- und Schätzverfahren, Nährstoffbilanzen) müssen 9 Jahre aufbewahrt werden.

 

8 - 1 Mischanlagen mit vorgewogenen Komponenten

  1. Horizontal-Wannenmischer mit 2 gegenläufigen großen Mischschnecken mit je 11 KW Getriebemotor, Fassungsvermögen 3,5 bis 5 to., Leistung ca. 20 to/h, Waage mit Schneiden und Pfannen mit Zeigerkopf, ca. 70 Anlagen im Einsatz.
  2. Anlage wie oben, aber die Verwiegung geschieht in einem darüberliegenden Wiegebehälter, dieser entleert in den Mischer. Leistung bis ca. 35 to., ca. 25 Anlagen im Einsatz.
  3. Horizontalmischer mit Mischschnecke 30 cm Durchm. im Rohr, Kraftbedarf ca. 10 KW, Fassungsvermögen ca. 5 to. Diese Anlagen stehen meistens auf Meßdosen, die Anzeige geschieht
    Digital. Die Leistung beträgt ca. 25 to., ca. 30 Anlagen im Einsatz.
  4. Horizontalmischer mit Mischschnecke ohne Innenrohr, unten ca. 60 cm Durchmesser und nach oben abnehmend auf ca. 30 cm. Kraftbedarf ca. 30 KW, Fassungsvermögen 5 bis 8 to., Leistung von 25 bis 40 to/h., ca. 10 Anlagen im Einsatz.
    Die Anlagen von 3. und 4. sind oben geschlossen und werden über einen seitlichen Aufgabetrichter beschickt.
  5. Horizontalmischer in einem viereckigen Trichter, ca. 5 to Fassungsvermögen, Mischschnecke im Rohr, oben offen, Leistung ca. 20 to/h, Kraftbedarf ca. 10 KW., ca. 15 Anlagen im Einsatz.
  6. Turmmischanlgen mit darüberliegenden Komponentensilos die Silos werden meistens über V2A-Elevatore beschickt die Dosierung und Steuerung der Anlagen übernimmt ein Wiegecomputer. Der Mischer ist zugleich Waage, die Verladung der fertigen Ware übernimmt der Beschickungselevator, oder die gemischte Charge fällt direkt auf das bereitstehende Fahrzeug, Kraftbedarf ca. 15 KW, Leistung ca. 30 bis 60 to/h.
  7. Anlagen wie unter 6., die Dosierung der Einzelkomponenten geschieht hier in eine über dem Mischer hängende Waage. Wenn die dosierte und gewogene Charge in den Mischer entleert ist, kann die nächste Charge schon wieder eindosiert werden. Der Ausstoß der Anlage kann damit wesentlich erhöht werden. Leistung der Anlagen ca. 80 to/h.

    Trommelmischer fehlen noch. notwendig ??????

    Bei allen Schneckenmischern ist darauf zu achten, daß die Mischzeit von 3 bis 5 Minuten, wegen der Zerstörung der Düngergranulate, nicht überschritten wird.

    Auch ist darauf zu achten, daß die Mindestmischzeit von ca. 3 Minuten eingehalten wird. In der Praxis wird meistens nach der Einfüllung von 2 Komponeneten der Mischer eingeschaltet und von hier ab die Mischzeit gerechnet. Kontrollen der Behörden haben deswegen schon öfter ganz andere Ergebnisse festgestellt, als auf den Lieferscheinen angegeben war. Die Berechnung der Mischzeit kann erst beginnen, wenn die letzte Schaufel im Mischer ist.

 

8 - 2 Volumendosierte Mischanlagen

  1. Bei diesen Anlagen muß für jeden Komponenten ein separater Trichter, der gewöhnlich mit einem Radlader beschickt wird, zur Verfügung stehen. Die Volumendsierung geschieht hier mit Schnecken, die mit Gleichstrommoteren angetrieben werden. Die notwendige Drehzahl der Motoren pro Komponente wird mittels PC errechnet und über Potentiometer eingestellt. Die vorgegebenen Drehzahlen werden während des Mischvorganges dauernd über Drehzahlfühler kontrolliert und wenn notwendig automatisch korrigiert. Die Dosierschnecken übergeben, von hinten beginnend, auf eine quer zu den Dosierschnecken verlaufende Sammel - und Mischschnecke und diese vermischt die zwei- oder mehrfach übereinanderliegenden Komponenten und fördert auf ein bereitstehendes Förderband oder einen Elevator zur Übergabe auf des bereitstehende Fahrzeug. Um eine hochwertige Mischung zu erstellen ist hier die Kontrolle des Volumengewichtes jedes einzelnen Komponenten wichtig. Die Gewichtsfeststellung der Gesamtmischung geschieht auf der Fuhrwerkswaage. Die Leistung der Anlagen betragen 60 bis 300 to/h., Kraftbedarf ca. 12 KW. Weltweit sind ca. 1600 Anlagen und in Europa ca. 60 Anlagen im Einsatz.
  2. Die Volumendosierung geschieht gleichfalls über Schnecken, die über Drehstrommoteren angetrieben werden. Die Steuerung der Drehzahl dieser Motoren wird über Frequenzwandler geregelt. Alle anderen Einzelheiten entsprechen den oben beschriebenen Anlagen. Die Leistungen betragen über 100 to/h. Zur Zeit sind 3 bis 4 Anlagen im Einsatz.

 

8 - 2 - 1 Volumendosierung mit teilweiser Gewichtsfeststellung

  1. Diese Anlage gleicht in der Grundausrüstung den beiden oben beschriebenen Anlagen. Die Dosierung geschieht hier auch über Drehstrommoteren und Frequenzwandler. Die einzelnen Dosierschnecken fördern auf ein Sammelförderband und dieses übergibt die gesammelten Einzelkomponenten einer kurzen Schnecke, welche die Mischung übernimmt. Die Kontrolle der dosierten Menge übernehmen Meßdosen, welche in die Komponentenbehälter eingebaut sind. Die Leistung dieser Pilotanlage beträgt über 100 to/h.
  2. Diese Anlage gleicht der vorher beschriebenen Mischanlage. Der Antrieb der einzelnen Dosierschnecken geschieht hier hydraulisch über Ölmotoren. Die Mischung geschieht in einer Schnecke, die auch zugleich die Förderung übernimmt. Bei dieser Anlage sitzt jeder Komponentenbehälter auf Meßdosen. Diese überwachen konstant die Dosierung und regeln bei Bedarf nach. Die Leistung dieser Pilotanlage beträgt ca. 100 to/h.