Leitfaden für Düngermischer n. A. Haubner - Kapitel 11 - Verordnung über Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die amtliche Düngemittelüberwachung

Kapitel 11 - Verordnung über Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die amtliche Düngemittelüberwachung

11.1 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Verordnung ist eine Partie:
die Menge eines Düngemittels, die sich nach ihrer Beschaffenheit, Kennzeichnung und räumlichen Zuordnung als eine Einheit darstellt,

eine Einzelprobe:
die Teilmenge einer Partie, die durch einen Entnahmevorgang gebildet wird,

eine Sammelprobe:
die Gesamtmenge der einer Partie entnommenen Einzelproben,

eine reduzierte Sammelprobe:
eine Teilmenge der Sammelprobe mit gleicher Zusammensetzung wie diese,

eine Endprobe:
eine für die Untersuchung bestimmte Teilmenge einer Sammelprobe oder einer reduzierten Sammelprobe.

11.2 Anforderungen an die Probenahmegeräte

Die Probengeräte müssen aus einem Material bestehen, das die Düngemittel nicht beeinflußt,

Probestecher, müssen zur Größe der Partie und zur Teilchengröße des Düngemittels passen,

Schaufeln mit ebenem Boden und rechtwinkelig hochgehobenem Rand.

11.3 Anzahl und Umfang der erforderlichen Einzelproben

Feste Düngemittel

bis 2,5 t 7 Proben

über 2,5 bis 80 t die Quadratwurzel aus dem 20fachen Gewicht der Partie in Tonnen, aufgerundet auf ganze Zahlen

über 80 t 40 Proben

11.4 Anzahl und Umfang der erforderlichen Sammelproben

Für jede Partie ist grundsätzlich nur eine Sammelprobe zu bilden. Zwei Sammelproben sollen gebildet werden, wenn bei Düngemitteln, die aus mehr als einem typbestimmenden Bestandteil bestehen und zur Entmischung neigen, zur Probenahme ein Probestecher benutzt wurde. Die Menge einer Sammelprobe darf vier Kilogramm nicht unterschreiten.

11.5 Anzahl und Umfang der erforderlichen Endproben

Aus jeder Sammelprobe sind, gegebenenfalls nach Bildung einer reduzierten Sammelprobe, mindestens drei Endproben zu bilden.

Die Menge einer Endprobe darf 500 Gramm nicht unterschreiten.

11.6 Entnahme und Bildung der Proben

Die Proben sind so zu entnehmen und zu bilden, daß sie gegenüber der beprobten Partie nicht verändert oder verunreinigt werden.

Die Einzelproben sind nach dem Zufallsprinzip über die gesamte Partie verteilt zu entnehmen. Das Gewicht oder Volumen der Einzelproben muß ungefähr gleich sein. Bei der Entnahme der Proben ist wie folgt zu verfahren:

Bei unverpackten Düngemitteln oder Düngemitteln in Behältnissen über 100 kg ist die Partie gedanklich in ungefähr gleiche Teile entsprechend der nach Kapitel 11.3 erforderlichen Anzahl Einzelproben aufzuteilen und jedem dieser Teile mindestens eine Einzelprobe zu entnehmen.

Bei verpackten, festen Düngemitteln ist jeder zu beprobenden Packung ein Teil des Inhalts mit einem Probestecher oder nach getrennter Entleerung der für eine Einzelprobe herangezogenen Packung mit einem Probeteiler zu entnehmen.

Aus den Einzelproben ist für jede Partie eine Sammelprobe zu bilden. Wird nach Kapitel 11.5 eine zweite Sammelprobe gebildet, so wird sie in einem zweiten, unabhängigen Verfahrensgang aus der
Partie gewonnen.

Die Sammelprobe ist zu mischen, bis sie gleichmäßig ist. Klumpen sind getrennt vom übrigen Material zu zerdrücken und anschließend wieder unterzumischen. Ist es aus Gründen der für die Bildung der Sammelprobe gezogenen Zahl von Einzelproben erforderlich, eine reduzierte Sammelprobe zu bilden, so ist die Sammelprobe mit einem Probeteiler oder, wenn dieser nicht zur Verfügung steht, nach dem Vierteilungsverfahren bis auf ungefähr zwei Kilogramm zu reduzieren.

11.7 Behandlung der Endproben

Die Endproben sind in saubere, trockene, feuchtigkeitsundurchlässige und weitgehend luftdicht verschließbare Behältnisse abzufüllen. Die Behältnisse sind zu verschließen. Der Verschluß ist durch Plombe oder Siegel so zu sichern, daß die Sicherung beim Öffnen der Behältnisse unbrauchbar wird.

Die Endproben sind mindestens mit folgenden Angaben zu kennzeichnen:

Name und Anschrift der Überwachungsbehörde, Nummer des Probenahmeprotokolls, Typen-bezeichnung.

Die Kennzeichnung der Probe muß von der Plombe oder dem Siegel mit erfaßt werden.

11.8 Probenahmeprotokoll

Über die Probenahme ist ein Probenahmenprotokoll mit mindestens folgenden Angaben zu
fertigen:

  1. Zuständige Überwachungsbehörde,
  2. Nummer des Probenahmeprotokolls,
  3. Name oder Firma und Anschrift des Verantwortlichen des Betriebes, in dem die Probe entnommen wurde,
  4. Typenbezeichnung der Verbindung mit den Gehaltsangaben nach Anlage 2 Nr. 1.1 der Düngemittelverordnung,
  5. Art und Höhe der angegebenen Gehalte an typbestimmenden Bestandteilen, Nährstoffen und Nährstofflöslichkeiten,
  6. Name oder Firma und Anschrift des für das Inverkehrbringen des Düngemittels im Geltungsbereich des Düngemittelgesetzes Verantwortlichen,
  7. Nummern von Aufträgen, Rechnungen oder Transportmitteln,
  8. Größe und äußere Beschaffenheit der Partie,
  9. Art und Verpackung und Lagerung,
  10. Verfahren der Probenahme einschließlich Zahl der Einzelproben,
  11. Ort und Datum der Probenahme.

Das Probnahmeprotokoll ist dem Verantwortlichen des Betriebs, in dem die Probe entnommen wird, oder seinem Vertreter zur Unterschrift vorzulegen.

Jeder Endprobe ist eine Ausfertigung des Probenahmeprotokolls beizufügen.

11.9 Verwendung der Endproben

Eine Endprobe ist der mit der Untersuchung beauftragten Stelle von der Überwachungsbehörde unverzüglich nach der Probenahme zum Zwecke der amtlichen Untersuchung zu übersenden. Eine zweite Endprobe ist von der Überwachungsbehörde für eine etwaige amtlich veranlaßte Gegenuntersuchung aufzubewahren. Eine weitere Endprobe bleibt im Betrieb, in dem die Einzelproben entnommen worden sind.

Weitere Fachfragen und Erläuterungen sind aus dem Buch "Das Düngemittelrecht", Ausgabe 1996 (1. Ergänzung 1997) vom Landwirtschaftsverlag GmbH, Münster-Hiltrup zu entnehmen.